Geschichte

Im April 2000 versuchten Consume und free2air unabhängig voneinander in London die Einrichtung von freien Netzwerken. In den Workshops Consume Clincs wurden Vereinbarungen getroffen und Regeln aufgestellt, die die Kommunikation untereinander und überregional regeln sollen.

Am 12. und 13. Oktober 2002 fand im Rahmen der Konferenz Urban Drift unter dem Titel BerLon im Berliner bootlab ein Workshop über freie drahtlose Bürgernetze in Berlin und London statt. Ein Ergebnis der BerLon war eine Vereinbarung über Grundsätze zum Aufbau von freien Netzwerken, das Picopeering-Agreement. Dieses beschreibt, wie in einem Freifunk-Netz der Transit von Daten über fremde Geräte gehandhabt wird. Noch während der BerLon vereinbarten einige der Anwesenden künftig regelmäßige Treffen in Berlin zum Aufbau eines eigenen freien Funknetzwerks abzuhalten. Unter dem Namen wavelöten finden seitdem mittwochs regelmäßige Treffen in der Berliner c-base statt. Parallel dazu wurde der Grundstein für das deutschsprachige Webportal freifunk.net gelegt.

Im September 2003 gründeten einige Aktive den gemeinnützigen Förderverein Freie Netzwerke e. V. um freie Kommunikationsinfrastrukturen ideell und finanziell zu unterstützen.[15]

Die praktische Umsetzung der Idee in Form einer leicht zu installierenden Software für handelsübliche WLAN-Router hat in den folgenden Jahren erheblich zum Erfolg der Initiative beigetragen.

Im Jahr 2012 erlangten die Freifunker in Berlin mit dem Projekt Freedom Fighter Box große mediale Aufmerksamkeit. Dieses Projekt richtet sich gegen die Störerhaftung, deren Abschaffung die Aktivisten fordern.

Im Oktober 2012 entschied die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, den Aufbau eines Backbone-Netzes der Berliner Freifunk-Community mit 30.000 Euro zu fördern. Davon werden seit 2013 neue Funknetz-Standorte in Betrieb genommen, sowohl auf öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern, als auch auf Kirchen und Privathäusern.

Im Juni 2015 beschloss der Landtag Nordrhein-Westfalen die Unterstützung des Freifunks durch Stellplätze für Funkanlagen auf Liegenschaften des Landes. Des Weiteren sollte eine Informationskampagne gestartet werden. Städte und Kommunen sollen dabei über die Vorteile von freien Datennetzen informiert und zu Kooperationen mit den örtlichen Freifunk-Communitys angeregt werden.